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IT Trends 2026

IT-Trends 2026: Was Unternehmen jetzt wissen müssen

2026 wird zu einem entscheidenden Jahr für die digitale Transformation. Nach einer Phase des Experimentierens rückt nun messbare Wertschöpfung in den Mittelpunkt. Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Cloud, Automatisierung und moderne Sicherheitsarchitekturen wachsen zu einem strategischen Gesamtsystem zusammen. Unternehmen, die jetzt handeln, sichern sich nicht nur Resilienz und Compliance – sie schaffen die Grundlage für zukünftige Wettbewerbsfähigkeit.

Ein Blick in aktuelle Marktforschungsergebnisse, Channel-Perspektiven und Digitalisierungs-Whitepaper zeigt deutlich: Die Transformation beschleunigt sich weiter, und 2026 wird der Wendepunkt.

1. KI-Supercomputing und hybride Architekturen setzen neue Maßstäbe

Die KI-Entwicklung erreicht 2026 eine neue Größenordnung. Gartner identifiziert KI-Supercomputing-Plattformen als zentralen Trend für das kommende Jahr. Sie kombinieren GPUs, CPUs, KI-Chips und neuromorphe Systeme – ein Fundament, auf dem Unternehmen komplexe, datenintensive Workloads betreiben können.

Vor allem hybride KI-Architekturen gewinnen an Bedeutung: Mehr Flexibilität, höhere Leistung und eine bessere Balance zwischen Cloud, Edge und eigenen Rechenzentren. Bis 2028 werden laut Analysten über 40 % der Unternehmen auf hybride KI-Betriebsmodelle setzen.

Für Unternehmen bedeutet das: Wer KI strategisch einsetzen möchte, braucht skalierbare, sichere und vor allem datensouveräne Plattformen.

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2. Multi-Agenten-KI: Automatisierung auf einem neuen Level

2026 wird das Jahr, in dem KI nicht mehr nur im Chatfenster arbeitet, sondern im Hintergrund eigenständig Prozesse steuert. Multi-Agenten-Systeme ermöglichen es, dass verschiedene KI-Instanzen zusammenarbeiten – etwa bei der Recherche, Analyse und Ausführung komplexer Aufgaben.

Neue Protokolle wie das Model Context Protocol (MCP) sorgen dafür, dass KI-Systeme direkt mit Fachanwendungen, Datenbanken oder Buchungssystemen kommunizieren können. In der Praxis steigen dadurch Genauigkeit und Effizienz deutlich. Erste Projekte zeigen bereits eine Erhöhung der Ergebnisqualität von etwa 75 % auf bis zu 98 %.

Für Unternehmen eröffnet das enorme Potenziale: von automatisierten Rechnungs- und Dokumentenprozessen über Vertragsanalysen bis hin zur vollintegrierten Customer-Experience.

3. Präventive Cybersicherheit: Von der Abwehr zur Vorhersage

Cybersecurity bleibt ein Wachstumstreiber, wobei sie sich 2026 grundlegend verändern wird. Die Bedrohungslage steigt, KI-gestützte Angriffe skalieren schneller als je zuvor, und Sicherheitsabteilungen müssen nicht nur reagieren, sondern prognostizieren.

Präventive Sicherheitsplattformen, die Angriffe erkennen, bevor sie entstehen, werden Standard. Dazu gehören:

  • KI-basierte SecOps
  • automatisierte Bedrohungsanalyse
  • Zero-Trust-Architekturen
  • Sicherheit durch Täuschungstechniken
  • digitale Herkunftsnachweise für Software, Inhalte und KI-generierte Daten

Bis 2030 werden präventive Lösungen laut Experten rund die Hälfte aller Sicherheitsausgaben ausmachen.

Für Unternehmen bedeutet das: Punktlösungen gehören der Vergangenheit an. 2026 dominiert der Plattformansatz – ein Anbieter, eine Konsole, ein Sicherheitsmodell.

4. Digitale Souveränität: Kontrolle über Daten und Inhalte wird zur Pflicht

Digitale Souveränität ist längst kein Nischenthema mehr. Die Zahl automatisierter Zugriffe durch Crawler, Bots und KI-Plattformen steigt massiv und gefährdet nicht nur Inhalte, sondern auch Datenhoheit und Compliance.

2026 rückt deshalb der Schutz eigener Daten, Texte und Geschäftsprozesse in den Fokus:

  • Schutz vor Content-Scraping
  • Lizenzmodelle für KI-Nutzung
  • Schutz personenbezogener Daten vor KI-gestütztem Missbrauch
  • verlässliche Hosting- und Cloud-Partner

Gleichzeitig prognostiziert Gartner eine Rückverlagerung vieler Workloads in souveräne Cloud-Modelle oder regionale Rechenzentren („Geopatriation“). Bis 2030 sollen über 75 % der europäischen Unternehmen ihre Cloud-Strategie entsprechend umstellen.

5. Domänenspezifische KI & Wissensmanagement: Relevanz schlägt Größe

Unternehmen setzen zunehmend auf domänenspezifische Sprachmodelle (DSLMs). Sie sind kleiner, effizienter und deutlich besser zugeschnitten auf branchenspezifische Prozesse als generische Large Language Models.

Bis 2028 soll mehr als die Hälfte aller unternehmensinternen KI-Modelle domänenspezifisch sein – eine Entwicklung, die Effizienz, Compliance und Kosten optimiert.

Gleichzeitig professionalisieren Unternehmen ihr Wissensmanagement. Automatisierte Suchsysteme, kontextbasierte Antworten und KI-gestützte Datenmodelle werden zu zentralen Bausteinen moderner Workflows. Die große Herausforderung bleibt: Datenqualität. „Garbage in, garbage out“ gilt 2026 mehr denn je.

6. End-to-End-Automatisierung statt Einzellösungen

Prozessautomatisierung entwickelt sich 2026 zu einem ganzheitlichen Orchestrierungsmodell. Unternehmen, die bislang nur einzelne Workflows automatisiert haben, stoßen zunehmend an Grenzen.

Die Trends:

  • Low-Code- und No-Code-Plattformen werden Standard
  • Fachabteilungen können selbst automatisieren
  • KI wird zur Optimierungsschicht über allen Prozessen
  • abteilungsübergreifende Automatisierung (von Finance über HR bis Kundenservice) wird entscheidend
  • Datenqualität wird zur Grundvoraussetzung für jede Form der Automatisierung

Die größte Chance liegt in durchgängigen End-to-End-Szenarien – etwa vom Erstkontakt über die Rechnungsstellung bis zum Reporting.

7. SAP S/4HANA: Die Zeit wird knapp

2027 endet die reguläre Wartung für SAP R/3. Unternehmen, die noch nicht auf S/4HANA migriert haben, geraten 2026 in kritischen Zeitdruck. Eine reine technische Migration reicht nicht aus – Prozesse, Datenmodelle und Schnittstellen müssen modernisiert werden.

Gleichzeitig entwickelt sich die SAP Business Technology Platform (BTP) zum zentralen Hub für:

  • KI-Integration
  • Prozessautomatisierung
  • hybride Cloud-Szenarien
  • moderne Analytics

Datenarchitekturen wie SAP Datasphere oder Data-Fabric-Modelle werden zur Voraussetzung für Echtzeit-Reporting in Finance, Logistik und Produktion.

8. Managed Services werden strategisch – und KI-basiert

Der Managed-Services-Markt befindet sich mitten im Umbruch. Unternehmen erwarten 2026:

  • KI-gestützte Überwachung ihrer Systeme
  • automatisierte Incident-Priorisierung
  • Compliance- und Security-Beratung
  • transparente SLAs und modernes Reporting
  • strategische Begleitung statt reiner IT-Bereitstellung

MSPs entwickeln sich vom Dienstleister zum Partner, der Innovation, Sicherheit und Effizienz vereint. Der Fokus liegt zunehmend auf stabilen, skalierbaren und KI-gestützten Betriebsmodellen.

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Quelle: Shutterstock

9. Nachhaltigkeit wird zur Grundvoraussetzung

2026 wird Nachhaltigkeit zu einem festen Bestandteil von IT-Entscheidungen. Hersteller, Reseller und Serviceprovider sind gefordert, CO₂-Ausstoß, Energieeffizienz und nachhaltige Lieferketten transparent zu machen.

Unternehmen achten verstärkt auf:

  • energieeffiziente Rechenzentren
  • CO₂-arme Architekturen
  • zertifizierte Nachhaltigkeitsstandards
  • Green-IT-Kennzahlen

Nachhaltigkeit ist damit kein „Nice-to-have“ mehr, sondern ein Faktor, der über Partnerschaften und Marktchancen entscheidet.

Fazit: 2026 ist das Jahr der strategischen Vernetzung

Die digitale Transformation erreicht einen Punkt, an dem einzelne Technologien nicht mehr ausreichen. Unternehmen müssen 2026 ihre Daten, Prozesse, Plattformen und Sicherheitsmodelle intelligent miteinander verknüpfen.

Die Gewinner im kommenden Jahr sind jene, die jetzt:

  • KI strategisch integrieren
  • Cybersicherheit präventiv denken
  • Cloud und Daten souverän betreiben
  • Prozesse durchgängig automatisieren
  • SAP-Modernisierung konsequent vorantreiben
  • auf starke Partner im Bereich Managed Services setzen

2026 wird nicht nur ein Technologiejahr – sondern ein Jahr der Weichenstellung für die kommenden fünf Jahre.


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Zwischen Legacy und souveräner Cloud: Wie Unternehmen ihre digitale Zukunft sichern

1. Wenn das Rückgrat zur Belastung wird

Altbewährte IT-Systeme sind das Fundament vieler Unternehmen – doch immer häufiger wird dieses Fundament zum Risiko. Ob Banken, Industrie oder Verwaltung: Noch immer laufen geschäftskritische Anwendungen auf veralteten Plattformen, deren Hersteller längst keine Sicherheitsupdates mehr liefern.

Laut einer aktuellen Studie bestätigen 62 % der Unternehmen, dass Teile ihrer zentralen IT-Systeme den heutigen Anforderungen nicht mehr genügen. Besonders bei nicht-kritischen Anwendungen liegt der Modernisierungsbedarf sogar bei 84 %.

Die Gründe sind klar: Sicherheitslücken, Know-how-Verlust durch den demografischen Wandel und steigende Betriebskosten setzen die IT unter Druck. Doch ein kompletter Austausch ist riskant – und für viele schlicht nicht machbar. Der Weg in die Zukunft muss daher anders aussehen: evolutionär statt disruptiv, sicher statt blind ins Cloud-Abenteuer.

2. Das Dilemma der Legacy-Systeme

Legacy-Systeme sind nicht nur veraltete Technik – sie sind oft tief mit den Geschäftsprozessen verwoben. In vielen Fällen weiß niemand mehr genau, welche Abhängigkeiten im Code verborgen liegen oder wie eine Migration ohne Betriebsunterbrechung funktionieren soll.
In Zahlen heißt das: 34 % der Unternehmen können den Wert und die Potenziale ihrer Altsysteme gar nicht mehr einschätzen, weil Dokumentationen fehlen und das Wissen einzelner Mitarbeiter verloren geht.

Diese Intransparenz schafft gleich mehrere Risiken:

  • Sicherheitsrisiken: 43 % aller Ransomware-Angriffe nutzen bekannte Schwachstellen in veralteter Software (ENISA 2023).
  • Compliance-Lücken: NIS2 und DORA verschärfen ab 2024 die Anforderungen an Sicherheit und Nachweisbarkeit – die alte IT hält da kaum noch Schritt.
  • Fachkräftemangel: IT-Teams sind überlastet, Wissensträger gehen in Rente, Nachfolger fehlen.

Kurz gesagt: Das Rückgrat vieler Unternehmen wird brüchig – technisch, organisatorisch und regulatorisch.

Wolken über Serverschränken

3. Warum „Lift & Shift“ keine Lösung ist

Viele Unternehmen wählen beim Cloud-Einstieg den vermeintlich einfachen Weg: „Lift & Shift“ – also das reine Verschieben alter Systeme in eine neue Umgebung.
Das Problem: Alte Risiken bleiben erhalten, nur eben in einer teureren Infrastruktur.
Laut Kyndryl’s Mainframe Modernization Survey 2024 modernisieren zwar 96 % der befragten Unternehmen Teile ihrer Workloads, doch die meisten setzen auf Hybrid-Strategien, bei denen der Mainframe weiterlebt – integriert, aber sicher.

Diese hybride Realität spiegelt sich auch in der Praxis wider:
Unternehmen verlagern rund 36 % ihrer Anwendungen in die Cloud, behalten jedoch kritische Systeme lokal. Denn:

  • Sicherheit bleibt der wichtigste Treiber (für 66 % der Befragten).
  • Regulatorik beeinflusst 92 % der Modernisierungsentscheidungen.
  • KI wird zunehmend zum Werkzeug, um Legacy-Code zu verstehen und zu dokumentieren.

4. Die souveräne Cloud: Modernisierung ohne Kontrollverlust

Die eigentliche Antwort auf das Legacy-Dilemma liegt nicht in der Größe der Cloud, sondern in ihrer Souveränität.
Eine souveräne Cloud kombiniert die Flexibilität einer Public Cloud mit der rechtlichen und physischen Kontrolle einer Private Cloud – und schafft so die Basis für nachhaltige IT-Modernisierung.

Warum das entscheidend ist:
US-Cloud-Anbieter unterliegen dem CLOUD Act, der US-Behörden Zugriff auf Daten erlaubt – selbst wenn diese in europäischen Rechenzentren liegen.
Microsoft, AWS und Salesforce haben bestätigt, dass sie in solchen Fällen Daten herausgeben würden. Das steht im direkten Widerspruch zum europäischen Anspruch auf Datenschutz und digitale Unabhängigkeit.

Souveräne Clouds – etwa nach europäischen Standards (z. B. C5, ISO 27001, DORA) – vermeiden genau diese Risiken:

  • 100 % europäische Gerichtsbarkeit: Keine Zugriffsmöglichkeiten durch Drittstaaten.
  • Transparente Compliance: DSGVO-Konformität und Auditfähigkeit.
  • Planbare Kosten und Skalierbarkeit: Keine Lock-ins oder Preisexplosionen.

In einer Welt aus Abhängigkeiten, politischen Unsicherheiten und komplexer Compliance brauchen Unternehmen nicht die größte, sondern die sicherste Cloud.

5. Legacy trifft Souveränität: Schrittweise in die Zukunft

Statt alles auf einmal zu erneuern, setzen viele IT-Verantwortliche auf hybride Modernisierungsszenarien:
Legacy-Systeme werden schrittweise angebunden, virtualisiert oder per API integriert – oft in souveränen Cloud-Umgebungen.

Laut LHIND-Studie sind die beliebtesten Ansätze:

  • Replatforming (74 %) – Migration in die Cloud mit teilweiser Anpassung.
  • Refactoring (64 %) – Neuarchitektur für Cloud-native Anwendungen.
  • Repurchasing (72 %) – Ersatz durch moderne Standardsoftware.

Der entscheidende Vorteil souveräner Clouds liegt dabei in der Kontrolle über sensible Daten. Unternehmen können KI-gestützte Analysetools einsetzen, um Code zu dokumentieren und Sicherheitslücken zu erkennen – ohne dass Daten in außereuropäische Umgebungen gelangen.

Das Ergebnis:

  • Blackbox Legacy wird transparent.
  • Wissen bleibt im Unternehmen.
  • Compliance bleibt gewahrt.

6. BLUE Consult: Partner für Souveränität und Sicherheit

Die digitale Transformation ist kein Sprint, sondern eine strategische Etappe – und BLUE Consult begleitet Unternehmen auf genau diesem Weg.
Als Teil der K&P-Gruppe bietet BLUE Consult Lösungen von Third-Party-Maintenance über Managed Services bis zur Migration in die souveräne Cloud.

Ob IBM-Power-Systeme, Windows-Server oder komplexe Mainframe-Architekturen – BLUE Consult verbindet Erfahrung aus Legacy-Infrastrukturen mit moderner Cloud-Expertise:

  • Sicherer Betrieb nach europäischen Standards
  • Analyse und Roadmap für Legacy-Modernisierung
  • Integration in hybride Cloud-Umgebungen
  • KI-gestützte Sicherheits- und Automatisierungslösungen

Denn digitale Souveränität bedeutet nicht, sich von der Cloud abzuwenden – sondern die Kontrolle über sie zu behalten.

7. Fazit: Modernisieren ohne Kompromisse

Altsysteme sind kein Auslaufmodell – sie sind das Erbe der digitalen Pioniere. Doch sie dürfen kein Sicherheitsrisiko werden.
Die souveräne Cloud bietet Unternehmen den Mittelweg zwischen Innovation und Kontrolle: modernisieren, ohne die eigene Handlungsfreiheit aufzugeben.

BLUE Consult steht Unternehmen dabei als strategischer Partner zur Seite – für mehr Sicherheit, Compliance und digitale Unabhängigkeit.

Digital souverän heißt: modernisieren, ohne sich zu verlieren.


Post 18.09.25

Was ist das NIST Cybersecurity Framework?

1. Definition: NIST Cybersecurity Framework

Das NIST Cybersecurity Framework (NIST CSF) ist ein weltweit anerkanntes Referenzmodell für Informations- und Cybersicherheit. Es wurde vom National Institute of Standards and Technology (NIST), einer US-Bundesbehörde, entwickelt und bietet Unternehmen aller Größen und Branchen eine strukturierte Vorgehensweise zum Risikomanagement.

Das Framework besteht aus Best Practices, Richtlinien und Standards, die Organisationen dabei helfen:

  • Cyber-Risiken systematisch zu bewerten,
  • Sicherheitsmaßnahmen zu priorisieren,
  • und deren Wirksamkeit kontinuierlich zu verbessern.

Während die erste Version 2014 noch speziell für kritische Infrastrukturen gedacht war, hat sich das NIST CSF heute als globales Leitmodell etabliert – von Industrieunternehmen über Behörden bis hin zum Mittelstand.

2. Aufbau des NIST Cybersecurity Frameworks

Das NIST CSF gliedert sich in drei Kernelemente:

  1. Framework Core – beschreibt die sechs zentralen Funktionen und deren Unterkategorien.
  2. Implementation Tiers – definieren den Reifegrad einer Organisation von teilweise umgesetzt bis adaptiv.
  3. Profiles – dienen als Status-Quo-Analyse und helfen, Soll-Ist-Vergleiche zu ziehen und Fahrpläne zur Risikoreduzierung zu entwickeln

3. Die sechs Funktionen des NIST CSF 2.0

Die aktualisierte Version CSF 2.0 (2024/2025) erweitert die bekannten fünf Kernfunktionen um eine neue: Govern (Steuern).

  1. Govern (Steuern/regeln): Legt die strategischen Rahmenbedingungen fest – von Richtlinien über Rollen bis hin zum Risikomanagement in der Lieferkette. Diese Funktion sorgt dafür, dass Cybersicherheit mit den Unternehmenszielen im Einklang steht.
  2. Identify (Identifizieren): Überblick über Assets, Daten, Systeme und deren Risiken. Nur wer weiß, was geschützt werden muss, kann Prioritäten setzen.
  3. Protect (Schützen): Umsetzung präventiver Maßnahmen wie Zugangskontrollen, Datensicherheit, Mitarbeiterschulungen und Plattformhärtung.
  4. Detect (Erkennen): Kontinuierliche Überwachung, um Anomalien, Angriffe oder kompromittierte Systeme frühzeitig aufzuspüren.
  5. Respond (Reagieren): Strukturierte Reaktion auf Vorfälle – von der Ursachenanalyse über Kommunikation bis zur Schadensbegrenzung.
  6. Recover (Wiederherstellen): Rückkehr in den Normalbetrieb, inkl. Disaster-Recovery-Plänen, Lessons Learned und Prozessverbesserung

4. Praxisnutzen für Unternehmen

Das NIST CSF 2.0 ist kein theoretisches Konstrukt, sondern ein praxisnaher Fahrplan, mit dem auch mittelständische Unternehmen ihre Cyber-Resilienz nachhaltig stärken können:

  • Risiken transparent bewerten und priorisieren
  • Sicherheitsprozesse standardisieren und in bestehende Abläufe integrieren
  • Lieferketten systematisch absichern
  • Awareness im Unternehmen fördern
  • Business-Continuity durch Wiederherstellungsstrategien sicherstellen

Mit seiner klaren Struktur hilft das Framework, Cybersicherheit nicht als Einzelmaßnahme, sondern als kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu verstehen.

5. Fazit

Das NIST Cybersecurity Framework ist heute ein globaler Standard, um Cyberrisiken effizient zu managen. Mit der neuen Version 2.0 und der zusätzlichen Funktion Govern bietet es Unternehmen einen noch umfassenderen Ansatz: von der strategischen Steuerung bis zur technischen Umsetzung.

Wer das NIST CSF implementiert, schafft nicht nur Sicherheit, sondern auch Vertrauen – bei Kunden, Partnern und Mitarbeitenden.

Einladung zum Webseminar

Du willst tiefer einsteigen? Dann sei dabei beim kostenlosen Live-Webinar:

Klare Sicht im Cybersecurity-Dschungel: Das NIST-Framework verstehen und anwenden

01. Oktober 2025 | 11:00 Uhr

Veranstalter: BLUE Consult und K&P Computer.

Security

Zero Trust: Warum Vertrauen kein Sicherheitskonzept mehr ist

In einer Welt, in der 65 % der Unternehmen bereits Cyberangriffe aufgrund unzureichender Zugriffskontrollen erlebten und 78 % der IT-Entscheider Zero Trust als strategische Priorität ansehen, ist Vertrauen in IT-Systeme ein Risiko. Der traditionelle Ansatz, interne Netzwerke als sicher zu betrachten, ist überholt. Zero Trust fordert: Jeder Zugriff wird geprüft – unabhängig vom Standort oder Status des Nutzers.
In diesem Artikel beleuchten wir, warum Zero Trust nicht nur ein Sicherheitsmodell, sondern ein notwendiger Paradigmenwechsel ist – und wie souveräne Cloud-Lösungen diesen Wandel unterstützen können.

1. Was bedeutet Zero Trust?

Zero Trust (zu Deutsch: „Null Vertrauen“) beschreibt ein Sicherheitskonzept, bei dem grundsätzlich kein Benutzer, Gerät oder Dienst als vertrauenswürdig gilt – unabhängig davon, ob er sich innerhalb oder außerhalb des Unternehmensnetzwerks befindet.

Zugriffe werden nur nach konsequenter Authentifizierung, Autorisierung und kontinuierlicher Prüfung gewährt. Der Kerngedanke lautet: „Never trust, always verify.“

Die Grundprinzipien

Mikrosegmentierung: Netzwerkbereiche werden isoliert, um seitliche Bewegungen von Angreifern zu verhindern.

Identitätsbasierte Sicherheit: Zugriff wird nur nach eindeutiger Identifizierung und Authentifizierung gewährt (z. B. via MFA).

Least Privilege Access: Nutzer erhalten nur die minimal erforderlichen Berechtigungen.

Kontinuierliche Überwachung: Nutzerverhalten und Systemzugriffe werden fortlaufend analysiert.

2. Warum klassische Sicherheitsansätze nicht mehr ausreichen

In traditionellen IT-Umgebungen ging man davon aus, dass alles innerhalb des Unternehmensnetzwerks vertrauenswürdig sei. Doch die Realität hat sich verändert:

  • Mitarbeitende arbeiten mobil oder im Homeoffice.
  • Anwendungen liegen in der Public Cloud oder bei SaaS-Anbietern.
  • Cyberangriffe werden raffinierter, komplexer und zielen bevorzugt auf privilegierte Zugänge.

Ein kompromittierter Benutzeraccount oder ein schlecht konfiguriertes Endgerät kann heute ausreichen, um Angreifern weitreichenden Zugriff zu ermöglichen.

3. Vorteile von Zero Trust im Unternehmensumfeld

Erhöhte Sicherheit
Durch die konsequente Prüfung jedes Zugriffs wird das Risiko interner und externer Angriffe deutlich reduziert. Selbst bei einem erfolgreichen Phishing-Angriff wird der Schaden begrenzt, da keine weitreichenden Zugriffe möglich sind.

Bessere Transparenz
Die kontinuierliche Überwachung aller Aktivitäten schafft Sichtbarkeit über Geräte, Nutzer und Datenflüsse. Abweichungen vom Normalverhalten lassen sich frühzeitig erkennen.

Unterstützung moderner IT-Strukturen
Zero Trust ist ideal für hybride und Cloud-first-Infrastrukturen geeignet. Sicherheitsrichtlinien lassen sich standortunabhängig und dynamisch umsetzen.

Regulatorische Vorteile
Unternehmen profitieren von höherer Compliance-Fähigkeit, z. B. im Hinblick auf DSGVO, ISO 27001 oder branchenspezifische Standards.

4. Zero Trust und souveräne Cloud – ein starker Verbund

Die Anforderungen an digitale Souveränität steigen – insbesondere bei sensiblen Daten und in regulierten Branchen. Zero Trust kann hier eine entscheidende Rolle spielen:

  • Es ermöglicht fein granularen Zugriff auf Daten und Systeme.
  • Regionale Cloud-Infrastrukturen lassen sich gezielt absichern.
  • Die Prinzipien von Zero Trust unterstützen die Nachvollziehbarkeit und Auditierbarkeit von Zugriffen.

Im Zusammenspiel mit souveränen Cloud-Angeboten wie z. B. europäischen IaaS-Providern (z. B. im Rahmen von GAIA-X oder IPCEI-CIS) entsteht ein Sicherheitsmodell, das sowohl technologisch als auch rechtlich zukunftsfähig ist.

5. Herausforderungen bei der Einführung

Zero Trust ist kein Produkt, sondern ein Prozess – und dieser bringt auch Herausforderungen mit sich:

  • Komplexität in der Umsetzung: Eine vollständige Umstellung erfordert Planung, Zeit und Ressourcen.
  • Kultureller Wandel: Sicherheitsmaßnahmen müssen verständlich und akzeptabel für Mitarbeitende gestaltet werden.
  • Technologische Integration: Bestehende Systeme müssen mit modernen Authentifizierungs- und Sicherheitslösungen kompatibel sein.

Trotz dieser Hürden ist Zero Trust langfristig ein stabiler und nachhaltiger Ansatz für den Schutz digitaler Infrastrukturen.

6. Fazit: Vertrauen ist gut – Kontrolle ist sicherer

Zero Trust ist keine kurzfristige Trendlösung, sondern ein notwendiger Paradigmenwechsel in der IT-Sicherheit. Es bietet Unternehmen die Möglichkeit, moderne, verteilte IT-Umgebungen sicher zu gestalten – und gleichzeitig regulatorische Anforderungen zu erfüllen.

Wer seine IT zukunftssicher aufstellen will, sollte sich frühzeitig mit dem Zero-Trust-Modell auseinandersetzen – idealerweise in Kombination mit einer souveränen Cloud-Strategie. So entsteht ein Sicherheitskonzept, das nicht nur aktuellen Bedrohungen standhält, sondern auch langfristig tragfähig ist. Entscheidend ist jedoch, dass Technik, Prozesse und Organisation als Gesamtheit betrachtet und aufeinander abgestimmt werden.

Zero Trust und souveräne Cloud-Lösungen sinnvoll kombinieren?

Wir zeigen Ihnen, wie Sie Sicherheitsarchitektur und Datenhoheit in Einklang bringen – individuell, rechtskonform und zukunftssicher.


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IBM Power11: 7 gute Gründe für den Wechsel

Mit der neuen IBM Power11-Generation hebt IBM seine bewährte Power-Plattform auf ein ganz neues Level – und stellt eindrucksvoll unter Beweis, wie moderne IT-Infrastrukturen schon heute für die Herausforderungen von morgen gewappnet sind. In diesem Beitrag geben wir einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen von IBM Power11 und zeigen, warum sich ein Upgrade für Unternehmen lohnt.

1. Mehr Power pro Chip: Leistungsschub für Ihre Anwendungen

Schon die Eckdaten beeindrucken: IBM Power11 liefert bis zu 25 % mehr Kerne pro Chip als Power10 – und das bei noch höheren Taktraten. Dank verbesserter Architektur erreicht Power11 nicht nur mehr parallele Rechenleistung, sondern auch eine um bis zu 45 % gesteigerte System-Performance und eine bis zu 50 % höhere Core-Leistung pro Watt. Single-Core-Performance? Um satte 10 % gesteigert gegenüber Power10!

Highlights im Überblick:

  • Bis zu 30 Kerne pro Sockel und 8 TB RAM (DDR5-optimiert)
  • Kompatibel mit DDR4, aber optimiert für DDR5
  • Bis zu 50 % höhere Speicherbandbreite für speicherintensive Anwendungen
  • PCIe Gen5 Support für doppelte I/O-Bandbreite
  • Verbesserte Cache-Architektur für noch schnelleren Zugriff

Mit diesen Leistungsdaten ist Power11 ideal für datenintensive Workloads, Batch-Jobs, In-Memory-Datenbanken und mehr.

2. Sicherheit für die Zukunft: Quantenresistent & resilient

Im Bereich Sicherheit setzt IBM Power11 Maßstäbe:
Neben den bewährten Technologien wie Transparent Memory Encryption (TME) und isolierten Partitionen erweitert Power11 die Sicherheitsfunktionen deutlich:

  • Quanten-sichere Kryptografie (ML-DSA) für Firmware und Live Partition Mobility – ein Meilenstein in Sachen Schutz vor künftigen Quantenangriffen.
  • Erweiterte Container- und LPAR-Isolation.
  • IBM Power Cyber Vault: Ein umfassendes Resilienzpaket für Ransomware-Erkennung in < 1 Minute und Wiederherstellung in wenigen Minuten.

Damit sind Unternehmen bestens für die Bedrohungen der digitalen Zukunft gerüstet – Stichwort „harvest now, decrypt later“.

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3. KI-ready: Beschleunigung für Ihre intelligenten Workloads

Schon mit Power10 führte IBM die MMA-Architektur (Matrix Math Assist) ein, die speziell für KI-Berechnungen entwickelt wurde. Mit Power11 kommt jetzt die neue Spyre KI-Beschleunigerkarte hinzu, die generative KI-Workloads on-premise mit 10-facher Beschleunigung ermöglicht – inklusive niedriger Latenzen und maximaler Datensouveränität.
Ein Traum für alle, die KI direkt im eigenen Rechenzentrum betreiben möchten!

4. Zero Downtime & Autonome IT: Mehr als nur Hardware

IBM Power11 ist mehr als „nur“ ein schnellerer Prozessor. Die Vision: Autonome IT, bei der die Infrastruktur „denkt, heilt und wächst“.
Das zeigt sich in Features wie:

  • Automatisierte Plattform-Wartung mit null geplanter Ausfallzeit
  • KI-gestützte Fehlerdatensammlung und automatisierte Support-Case-Eröffnung
  • IBM Concert für detaillierte Risikoanalysen, Updates und Inventarisierung

Dank dieser Automatisierungen sparen Unternehmen nicht nur Zeit und Kosten, sondern erhöhen auch ihre Verfügbarkeit auf beeindruckende 99,9999 %.

5. Grüner. Effizienter. Nachhaltiger.

Neben Performance und Sicherheit hat IBM die Energieeffizienz konsequent weiterentwickelt. Power11 liefert bis zu 50 % mehr Leistung pro Watt, bietet einen neuen Energiesparmodus und ermöglicht durch Serverkonsolidierung zusätzliches Einsparpotenzial. Ein echter Gewinn – sowohl für die Bilanz als auch für die Umwelt.

6. Für jede Größe: Flexibles Portfolio

Ob High-End, Mid-Range oder Scale-Out: IBM Power11 deckt mit seinen neuen Modellen alle Anwendungsfälle ab – von der simplen Virtualisierungsumgebung bis hin zu hochkritischen Unternehmensworkloads.
Highlights:

  • High-End E1180: Mehr Skalierbarkeit – deutlich gesteigerte CPU-Kapazität für sehr große Umgebungen und rechenintensive Workloads.
  • Mid-Range E1150: Optimiert für Daten & Speicher – verbessert für große Datenmengen, mehr Bandbreite, höhere I/O-Leistung.
  • Scale-Out-Modelle S1122/S1124: Bis zu 50 % mehr Kerne – deutlich mehr Performance bei gleichem Footprint, ideal für konsolidierte Systeme und moderne Cloud-Modelle.

Der Schlüssel liegt im ganzheitlichen Konzept: Ein Upgrade von Power10 auf Power11 – z. B. bei den Modellen E1150 und E1180 – kann ohne Seriennummerwechsel erfolgen. Das bietet echten Investitionsschutz. Entscheidend ist jedoch, dass Technik, Prozesse und Organisation als Gesamtheit betrachtet und aufeinander abgestimmt werden.

7. Fazit: Investition in Ihre digitale Zukunft

Mit IBM Power11 erhalten Unternehmen eine Plattform, die nicht nur für die heutigen Anforderungen gerüstet ist, sondern auch die kommenden Entwicklungen – von Quantencomputern bis zu generativer KI – berücksichtigt. Mehr Leistung, mehr Sicherheit, mehr Effizienz und weniger Ausfallzeiten: Power11 vereint all das in einer wegweisenden Architektur.

Wer jetzt auf Power11 setzt, investiert in die eigene Zukunftsfähigkeit und legt den Grundstein für eine IT, die mitdenkt – und vor allem mitwächst.

Neugierig geworden?

Gern beraten wir Sie persönlich zu IBM Power11 und zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Infrastruktur fit für morgen machen. Sprechen Sie uns an – wir freuen uns auf den Austausch!


„IBM Power11 ist da – was bietet die neue Ära der IBM Serverplattformen?“

Wir waren live dabei beim offiziellen IBM Power11 Announcement und berichten, was die Power11 Servergeneration mitbringt. Die Schwerpunkte liegen auf Sicherheit, Verfügbarkeit und Automation. Hören Sie rein und erfahren mehr zu Features und Verbesserungen der Power11 Generation und ob sich für Sie ein Upgrade lohnt.

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Cyber-Resilienz: Wie Unternehmen widerstandsfähig gegen Cyberangriffe werden

Cyberangriffe treffen Unternehmen heute häufiger und gezielter denn je. Wer nur auf klassische IT-Sicherheit setzt, ist im Ernstfall oft machtlos. Cyber-Resilienz hilft, Angriffe abzuwehren, Daten wiederherzustellen und die Geschäftskontinuität zu sichern. In diesem Beitrag zeigen wir, worauf es ankommt – und welche Lösungen sich bewährt haben.

1. Warum Cyber-Resilienz kein „Nice-to-Have“ mehr ist

Die digitale Bedrohungslage ist heute so ernst wie nie zuvor. Laut dem aktuellen Sophos Ransomware Report 2024 waren 58 % der deutschen Unternehmen im vergangenen Jahr von Ransomware betroffen. Besonders alarmierend: In 93 % dieser Fälle richteten sich die Angriffe gezielt gegen die Backups – also die letzte Verteidigungslinie vor Datenverlust.

Auch der Branchenverband Bitkom warnt: Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen verursachen jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Die Risiken sind nicht nur wirtschaftlicher Natur, sondern betreffen auch regulatorische Verpflichtungen wie die DSGVO, die neue NIS-2-Richtlinie oder DORA im Finanzbereich. Angesichts dieser Entwicklungen ist klar: Klassische IT-Sicherheit reicht nicht mehr aus. Unternehmen brauchen Cyber-Resilienz – eine robuste Strategie sowie Prävention, um im Fall der Fälle schnell, sicher und gesetzeskonform reagieren zu können.

2. Was bedeutet Cyber-Resilienz konkret?

Cyber-Resilienz beschreibt die Fähigkeit, auch nach einem erfolgreichen Cyberangriff handlungsfähig zu bleiben:

  • Angriffe erkennen,
  • den Schaden begrenzen,
  • und den Normalbetrieb schnell wiederherstellen.

Dabei geht es um mehr als klassische Prävention. Cyber-Resilienz ist eine ganzheitliche Perspektive auf IT-Sicherheit, die Prävention, Erkennung, Reaktion und Wiederherstellung gleichermaßen berücksichtigt – mit dem Ziel, selbst schwerwiegende Sicherheitsvorfälle zu überstehen.

Laut Definition des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) umfasst Cyber-Resilienz sowohl:

  • präventive Maßnahmen zur Risiko-Minimierung als auch
  • Recovery-Maßnahmen zur Wiederherstellung der Systeme

3. Risikobewertung: Warum Cyberangriffe die größeren Katastrophen sind

  • Cyber-Angriffe stellen hohes existenzielles Risiko für Unternehmen und IT-Verantwortliche dar.
  • Proaktive Maßnahmen und Entscheidungen innerhalb der ersten 72 h sind erfahrungsgemäß ausschlaggebend für Schadensbegrenzung und weiteres Bestehen des Unternehmens.

(72 h Meldefrist nach Art. 33 DSGVO; kurze Frist für Lösegeldzahlung)

Während klassische Desaster (z. B. Naturkatastrophen) zwar schwerwiegende Schäden verursachen können, ist ihre Eintrittswahrscheinlichkeit relativ gering. Cyberangriffe hingegen treten häufig auf und verursachen gleichzeitig sehr hohe Schäden.

Innerhalb der ersten 72 Stunden nach einem Vorfall fällt oft die Entscheidung über den Fortbestand eines Unternehmens – technisch, finanziell und rechtlich (Stichwort DSGVO-Meldefrist, Erpressungsversuche, Produktionsausfälle).

4. Das Stufenmodell: In 5 Schritten zur resilienten IT

  1. Backup-Erstellung & Überwachung
    Grundvoraussetzung sind regelmäßig geprüfte, sichere Backups – sowohl lokal als auch extern.
  2. Prävention
    Technologien wie Intrusion Detection, SIEM und automatisierte Abwehrsysteme helfen, Angriffe frühzeitig zu erkennen und abzuwehren.
  3. Unveränderbare Datensicherungen (Immutable Backups)
    Diese sind nicht löschbar oder manipulierbar – eine wichtige Verteidigungslinie, wenn Angreifer bereits im System sind.
  4. Malware-Erkennung & -Bereinigung
    Der Unterschied zu herkömmlichen Lösungen: Integrierte Erkennung und automatisierte Bereinigung, bevor die Daten wieder in Produktion gehen.
  5. Automatisierte Recovery-Prozesse
    Tests, Wiederherstellbarkeit und Reaktionsgeschwindigkeit sind entscheidend. So lässt sich die Wiederherstellung von Tagen auf Stunden oder Minuten verkürzen.

5. Klassische IT-Sicherungsstrategien greifen zu kurz

Herkömmliche Maßnahmen wie Tape-Backups, Hochverfügbarkeit oder externe Rechenzentren sind nicht gegen gezielte Cyberangriffe gewappnet. Sie wurden für Ausfallsicherheit konzipiert – nicht für die gezielte Zerstörung durch Angreifer.

Bei verschlüsselten oder manipulierten Backups hilft oft nur: Wiederherstellung aus einer verifizierten, nicht kompromittierten Quelle. Und genau hier kommen moderne Recovery-Strategien ins Spiel.

5.1 Lösungen für moderne Cyber-Resilienz: Was sich bewährt hat

Unternehmen stehen heute zahlreiche Technologien zur Verfügung, um Cyber-Resilienz ganzheitlich umzusetzen. Zentral dabei sind:

  • Unveränderbare Backups (Immutable Backups), die weder gelöscht noch manipuliert werden können – etwa durch Safeguarded-Copy-Technologien.
  • Automatisierte Wiederherstellungsprozesse, die es ermöglichen, nach einem Angriff schnell und sicher den Betrieb wieder aufzunehmen.
  • Malware-Erkennung und -Bereinigung, die bereits vor der Rückführung von Daten in die Produktivumgebung stattfinden sollte.
  • Anomalie-Erkennung und SIEM-Integration, um Auffälligkeiten frühzeitig zu identifizieren und gezielt zu reagieren.
  • Testumgebungen („Cleanrooms“), in denen Backups geprüft und wiederhergestellt werden können, ohne das produktive System zu gefährden.

Verschiedene Hersteller bieten hierfür passende Lösungen – je nach Infrastruktur, Compliance-Anforderungen und IT-Strategie. Als besonders praxistauglich hat sich in Projekten u. a. Predatar erwiesen, das mehrere dieser Funktionen in einem System vereint.

Die Auswahl der passenden Technologie sollte stets individuell erfolgen – entscheidend ist ein ganzheitliches Konzept, das sowohl Technik, Prozesse als auch Organisation berücksichtigt.

6. Fazit: Resilienz ist die neue Sicherheit

Cyber-Resilienz ist kein reines IT-Thema mehr, sondern ein unternehmerisches Muss. Wer heute investiert, sichert nicht nur seine Daten – sondern auch sein Geschäftsmodell, seine Reputation und seine Existenz.

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Cyber-Resilienz: Strategie, Lösungen, Best Practices

26. Juni 2025 | 11:00 Uhr

Von Chaos zu Struktur: Wie Sie Ihre Containerumgebung zukunftssicher aufstellen

Container-Technologien wie Docker und Kubernetes haben sich in den vergangenen Jahren rasant verbreitet – und das aus gutem Grund. Sie ermöglichen eine agile, flexible und ressourcenschonende IT-Landschaft, die sich schnell an neue Anforderungen anpassen lässt. Doch mit dem technologischen Fortschritt wächst auch die Komplexität. Ohne klare Strukturen, Standards und Strategien geraten viele IT-Teams schnell an ihre Grenzen.

1. Das Problem: Schnell gestartet, aber ohne Plan

Viele Unternehmen steigen mit kleinen Pilotprojekten in die Containerwelt ein – schnell, pragmatisch, oft ohne übergreifendes Konzept. Mit der Zeit wächst die Umgebung: Es kommen weitere Anwendungen, mehr Cluster, neue Anforderungen. Und plötzlich entsteht ein Wildwuchs, der kaum noch zu beherrschen ist.

Typische Symptome:

  • Unklare Verantwortlichkeiten
  • Fehlende Standards für Aufbau, Naming und Deployments
  • Manuelle Verwaltungsprozesse statt Automatisierung
  • Intransparente Ressourcennutzung und steigende Kosten
  • Sicherheitsrisiken durch unzureichende Zugriffskontrollen
  • Hoher Aufwand bei der Skalierung

2. Die Lösung: Struktur, Standardisierung und Automatisierung

Eine durchdachte Containerstrategie ist kein Nice-to-have – sie ist essenziell, um die Vorteile von Containern langfristig zu realisieren. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern auch um Prozesse, Governance und die richtige Kombination aus Tools und Plattformen.

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren:

Analyse und Architektur-Optimierung
Wie ist Ihre aktuelle Umgebung aufgebaut? Welche Schwachstellen bestehen? Gibt es Optimierungspotenzial bei der Ressourcenverteilung, bei der Ausfallsicherheit oder bei der Orchestrierung? Ein gründlicher Blick auf den Ist-Zustand ist die Basis jeder Weiterentwicklung.

Strukturierung und Standardisierung
Nur mit klaren Vorgaben zu Struktur, Namenskonventionen, Deployment-Standards und Logging lassen sich Containerumgebungen effizient betreiben und weiterentwickeln.

Automatisierung und CI/CD-Integration
Manuelle Deployments gehören der Vergangenheit an. Moderne Containerlandschaften leben von automatisierten Pipelines, die Geschwindigkeit und Qualität sichern.

Sicherheit und Compliance
Container bedeuten nicht automatisch mehr Sicherheit. Im Gegenteil: Ohne gezielte Maßnahmen entstehen schnell neue Angriffsflächen. Zugriffskontrollen, Netzwerksegmentierung und Monitoring sind unverzichtbar.

Ressourcen- und Kostenoptimierung
Eine überdimensionierte Infrastruktur kostet Geld, eine unterdimensionierte beeinträchtigt die Performance. Durch intelligente Orchestrierung lassen sich Ressourcen optimal einsetzen.

Zukunftsstrategie und Skalierbarkeit
Was heute funktioniert, muss auch morgen noch tragfähig sein. Eine gute Strategie denkt an Skalierung und zukünftige Anforderungen von Anfang an.

Container überall – nur nicht richtig?

Laut einer Prognose von Gartner werden bis 2026 etwa 90 % aller Unternehmen containerisierte Anwendungen produktiv einsetzen. Bereits heute nutzen viele mittelständische Unternehmen Container, um Applikationen schneller bereitzustellen, den Betrieb zu entkoppeln und Kosten zu senken. Doch in der Praxis zeigt sich oft ein anderes Bild: Die versprochenen Vorteile bleiben aus, weil grundlegende Prinzipien bei Einführung und Betrieb der Containerumgebung nicht beachtet wurden.

Unser Angebot: Strukturierte Containerlösungen mit BLUE Consult

Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Containerumgebung nachhaltig zu professionalisieren – ganz gleich, ob Sie gerade erst starten oder bereits mehrere Cluster betreiben. Unser Vorgehen ist modular, praxisnah und individuell auf Ihre Umgebung abgestimmt.

Unsere Leistungen im Überblick:

  • Analyse Ihrer bestehenden Containerlandschaft
  • Entwicklung strukturierter und skalierbarer Architekturen
  • Einführung einheitlicher Standards und Prozesse
  • Integration moderner CI/CD-Pipelines
  • Umsetzung von Sicherheits- und Compliance-Konzepten
  • Ressourcen- und Kostenoptimierung durch gezielte Maßnahmen
  • Begleitung bei der Weiterentwicklung Ihrer Umgebung – von Roadmap bis Schulung

Ergänzend bieten wir Managed Services, mit denen wir den reibungslosen Betrieb Ihrer Kubernetes-Cluster und Anwendungen langfristig sicherstellen. Auch bei der Einrichtung neuer Cluster oder der Optimierung bestehender Umgebungen stehen wir Ihnen zur Seite.

Fazit: Container sind kein Selbstläufer – mit der richtigen Struktur aber ein echter Wettbewerbsvorteil

Wenn Sie Containerlösungen strategisch einsetzen, gewinnen Sie an Agilität, Sicherheit und Effizienz. Doch das funktioniert nur mit einem durchdachten Fundament. Wir helfen Ihnen, Ihre Containerumgebung vom Flickenteppich zur skalierbaren Plattform zu entwickeln – und sorgen dafür, dass Sie auch morgen noch flexibel, sicher und wirtschaftlich arbeiten können.

IT-Frühjahrsputz: So bringen Sie Ihre IT auf Vordermann

Mit dem Frühling kommt nicht nur das Bedürfnis, die eigenen vier Wände aufzuräumen, sondern auch die Gelegenheit, die IT in Ihrem Unternehmen zu optimieren. Ein IT-Frühjahrsputz sorgt dafür, dass unnötige Altlasten entfernt, Sicherheitslücken geschlossen und die Effizienz der Systeme verbessert wird.

In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihre IT fit für das Jahr 2025 machen!

1. Abonnements und Lizenzen verwalten – Unnötige Kosten vermeiden

Viele Unternehmen haben laufende Abonnements für Software, Cloud-Dienste oder digitale Plattformen, die nicht mehr aktiv genutzt werden. Diese können sich zu versteckten Kosten entwickeln.

1.1 Unnötige Abos identifizieren und kündigen

  • Gehen Sie alle laufenden Abonnements durch (Microsoft 365, Adobe, Cloud-Dienste etc.).
  • Prüfen Sie, welche Lizenzen noch benötigt werden und welche gekündigt oder reduziert werden können.
  • Nutzen Sie Tools zur Verwaltung von Abonnements:
    • Cledara – SaaS-Abonnements zentral verwalten
    • Sastrify – Transparenz über alle IT-Kosten

1.2 Lizenznutzung optimieren

  • Überprüfen Sie, ob Ihre Lizenzen optimal genutzt werden.
  • Sind Sie unter- oder überlizenziert?
  • Gibt es günstigere Alternativen zu teuren Premium-Versionen?

Ein regelmäßiger Lizenz-Check spart Unternehmen oft mehrere tausend Euro pro Jahr.

2. Microsoft-Systeme prüfen und aktualisieren

Windows- und Microsoft 365-Systeme sollten immer aktuell sein, um Sicherheitslücken zu schließen und eine optimale Performance sicherzustellen.

2.1 Windows-Updates kontrollieren

  • Überprüfen Sie, ob alle Windows-Geräte auf dem neuesten Stand sind.
  • Aktivieren Sie automatische Updates für kritische Sicherheitsupdates.
  • Prüfen Sie, ob veraltete Geräte durch neue ersetzt werden sollten.

2.2 Microsoft 365 Sicherheit prüfen

  • Kontrollieren Sie den Microsoft Secure Score für Ihre Organisation.
  • Stellen Sie sicher, dass alle Microsoft-Dienste ordnungsgemäß lizenziert und konfiguriert sind.

3. IT-Sicherheit checken und verbessern

Sicherheit ist ein kontinuierlicher Prozess. Der Frühjahrsputz ist der ideale Zeitpunkt, um die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen zu überprüfen.

3.1 Antivirus- und Firewall-Einstellungen prüfen

  • Sind alle Endgeräte durch eine aktuelle Antivirus-Software geschützt?
  • Sind Firewall-Regeln noch aktuell oder müssen sie angepasst werden?
  • Nutzen Sie eine Endpoint Detection and Response (EDR) Lösung?

3.2 Passwortsicherheit und MFA prüfen

  • Sind Passwort-Richtlinien durchgesetzt?
  • Wird Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für alle kritischen Systeme genutzt?

4. Veraltete Nutzerkonten und Berechtigungen bereinigen

Mitarbeiter verlassen das Unternehmen, Dienstleister verlieren ihre Zugänge – doch oft bleiben ihre Accounts bestehen.

4.1 Veraltete Benutzerkonten identifizieren und löschen

  • Prüfen Sie in Microsoft 365 oder Ihrem Active Directory, ob noch inaktive Konten existieren.
  • Entfernen Sie alte Admin-Zugänge, um Sicherheitsrisiken zu minimieren.

5. Backup- und Wiederherstellungsstrategien testen

Backups sind essenziell – aber nur, wenn sie auch funktionieren!

5.1 Backup-Prozesse kontrollieren

  • Welche Daten werden gesichert?
  • Wo werden sie gespeichert? (Lokal, Cloud, hybride Lösung)
  • Wie lange werden Backups aufbewahrt?

5.2 Wiederherstellung testen

  • Führen Sie eine Test-Wiederherstellung durch, um zu prüfen, ob Daten tatsächlich wiederhergestellt werden können.
  • Nutzen Sie Lösungen wie Veeam Backup oder Acronis für eine zuverlässige Datensicherung.

6. Hardware- und Software-Optimierung

Auch Hardware braucht einen Frühjahrsputz:

  • PCs und Laptops prüfen: Läuft die Hardware noch einwandfrei?
  • Alte Software deinstallieren: Unnötige Programme entfernen, um Systemressourcen freizugeben.
  • Speicherplatz freigeben: Temporäre Dateien und unnötige Daten löschen.

Für Unternehmen mit vielen Geräten lohnt sich eine automatisierte Geräteverwaltung mit Microsoft Intune.

Ein regelmäßiger IT-Frühjahrsputz verbessert nicht nur die Sicherheit, sondern spart auch Kosten und erhöht die Effizienz Ihrer IT-Systeme.

  • Veraltete Abonnements kündigen
  • Microsoft-Systeme auf dem neuesten Stand halten
  • IT-Sicherheit optimieren
  • Nutzerkonten und Berechtigungen bereinigen
  • Backup-Strategie testen und optimieren
  • Hardware und Software aufräumen

Sie möchten Ihre IT verbessern?
Dazu benötigen Sie zunächst einen guten Überblick und Transparenz über die eigene IT.

Wir haben dazu ein Serviceangebot namens „Docu365 as a Service“ im Portfolio, womit Sie IT-Transparenz auf Knopfdruck erhalten. Ob Nutzerreports, IP-Adressen-Listen, Überblick Ihrer Softwarelizenzen, Maschinen- und Netzwerkstrukturen oder individuelle Sicherheits- und Compliance-Analysen – Docu365 erfasst, verdichtet und stellt alle relevanten Informationen übersichtlich bereit. So erhalten Sie aussagekräftige Berichte, die genau die Daten liefern, die Sie für Ihre Entscheidungen benötigen.

Die BLUE Consult GmbH unterstützt Sie gerne mit Docu365 as a Service, mit Beratung und Sicherheitschecks, um Ihre IT zu analaysieren, Schwachstellen zu finden und sie natürlich auch zu schließen. Profitieren Sie von unserem Know-How, unseren Services und Ressourcen, damit Ihre IT „sauber“ und zukunftsfähig ist.

Hyperscaler vs. mittelständischer Cloud-Service-Provider

Der Cloud-Markt wird von wenigen großen Anbietern beherrscht – AWS, Microsoft Azure und Google Cloud dominieren als Hyperscaler die Branche. Doch sind sie wirklich immer die beste Wahl? Mittelständische Cloud-Service-Provider bieten oft genau das, was Unternehmen heute benötigen: Flexibilität, maßgeschneiderte Lösungen und persönlichen Service. Warum sich ein genauerer Blick auf diese Alternativen lohnt – und welche Vorteile sie bieten – zeigen wir in diesem Beitrag.

Was sind Hyperscaler und was zeichnet sie aus?

Hyperscaler sind große Cloud-Anbieter mit globaler Infrastruktur, die enorme Rechenleistung und Skalierbarkeit bereitstellen. Ihre Vorteile liegen auf der Hand:

  • Automatisierung & Skalierbarkeit: Der Einstieg ist oft unkompliziert; mit einer Kreditkarte und einer E-Mail-Adresse kann man meist direkt loslegen.
  • Globales Netzwerk: Sie bieten weltweite Rechenzentren mit niedrigen Latenzen.
  • Innovative Technologien: Zugang zu modernsten Cloud-Diensten wie KI, Machine Learning und Kubernetes.

Doch es gibt auch kritische Aspekte:

  • Vendor Lock-in: Wer sich für einen Hyperscaler entscheidet, bindet sich oft langfristig an dessen Infrastruktur und Technologien.
  • Datensouveränität: Daten werden häufig außerhalb der EU gespeichert, was zu regulatorischen Herausforderungen führen kann.
  • Geringe Individualität: Standardisierte Lösungen sind nicht immer flexibel anpassbar.

Der Mittelstand als Alternative: Die Stärken kleinerer Cloud-Anbieter

Mittelständische Cloud-Service-Provider setzen auf einen individuellen Ansatz, der sich von den standardisierten Hyperscaler-Lösungen abhebt:

  • Individuelle Infrastruktur: Statt einer „One-size-fits-all“-Lösung wird die Cloud-Umgebung exakt an die Bedürfnisse des Kunden angepasst.
  • Regionale Datenspeicherung: Unternehmen behalten volle Kontrolle über ihre Daten und können gesetzliche Vorgaben (z. B. DSGVO) leichter einhalten.
  • Persönlicher Support: Statt anonymer Service-Hotlines gibt es dedizierte Ansprechpartner mit tiefer technischer Expertise.

Europas digitale Souveränität: Ein Wunschtraum?

Es gibt Bestrebungen, kleinere Anbieter zu einer gemeinsamen europäischen Cloud-Alternative zu vereinen, um eine Gegenbewegung zu Hyperscalern zu schaffen. Doch die Realität sieht anders aus: Jedes Unternehmen verfolgt seine eigenen wirtschaftlichen Ziele, weshalb ein gemeinsames Vorgehen schwierig bleibt. Die Zentralisierung des Cloud-Markts verschärft sich zusehends: Laut der Synergy Research Group kontrollieren Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und Google Cloud bereits 67 Prozent des Marktes und dominieren den Bereich der öffentlichen Cloud sogar mit einem Anteil von 73 Prozent.

Die Europäische Kommission hat mit dem Projekt IPCEI-CIS den Startschuss für ein interoperables europäisches Ökosystem für Datenverarbeitung gegeben. Ziel ist es, souveräne Cloud-Infrastrukturen und -Dienstleistungen innerhalb Europas aufzubauen und so die digitale Souveränität zu stärken.

Checkliste: Den richtigen Cloud-Service-Provider finden

Wer sich für einen Cloud-Anbieter entscheidet, sollte folgende Kriterien prüfen:

  1. Sicherheitsstandards: Erfüllt der Anbieter alle Compliance-Anforderungen (ISO 27001, GDPR)?
  2. Skalierbarkeit: Kann die Infrastruktur flexibel erweitert werden?
  3. Hybrid- und Multi-Cloud-Fähigkeit: Ermöglicht der Provider eine Kombination aus On-Premise- und Cloud-Lösungen?
  4. Support & Managed Services: Gibt es 24/7-Support und proaktive Wartung?
  5. Kostenstruktur: Sind die Preise transparent und nachvollziehbar?
  6. Regionale Verfügbarkeit: Sind lokale Rechenzentren vorhanden?
  7. Technologie & Innovation: Werden moderne Technologien wie Kubernetes und DevOps unterstützt?
  8. Referenzen: Gibt es positive Kundenbewertungen?

Für Unternehmen mit IBM-Systemen sollten zudem spezielle Anforderungen an die Kompatibilität, Migration und Sicherheit geprüft werden.

Hören Sie rein, was unser Kunde Eder zu den Herausforderungen der Zeit sagt und wie sie sich entschieden haben.

Vielfalt statt Monopol

Die Wahl zwischen Hyperscalern und mittelständischen Cloud-Anbietern hängt von den individuellen Anforderungen ab. Für standardisierte Workloads bieten Hyperscaler oft eine bequeme Lösung. Wer hingegen Wert auf Datensouveränität, individuelle Anpassungen und persönlichen Service legt, ist bei mittelständischen Cloud-Service-Providern gut aufgehoben. Letztlich entscheidet der Markt darüber, welche Lösung sich langfristig durchsetzen wird.

Die Europäische Kommission hat mit dem Projekt IPCEI-CIS den Startschuss für ein interoperables europäisches Ökosystem für Datenverarbeitung gegeben. Ziel ist es, souveräne Cloud-Infrastrukturen und -Dienstleistungen innerhalb Europas aufzubauen und so die digitale Souveränität zu stärken.

Fazit unseres Experten Steffen Domscheit


Entscheidungen bezüglich der IT-Infrastruktur, des Cloud-Anbieters und der indivduellen Cloud-Lösungen sollten kontinuierlich überprüft und den unternehmerischen Anforderungen angepasst werden.“Stillstand ist Rückschritt – Unternehmen sollten einen Kreislauf der ständigen Überprüfung implementieren,“ sagt Steffen Domscheit, Head of Cloud Solutions bei der BLUE Consult. Heute gibt es keine Planungssicherheit über Jahre mehr, die Entwicklung ist wesentlich schneller geworden und dazu kommt, dass durch den hybridn Arbeitsalltag die Anforderungen an Flexiblität und Sicherheit enorm gestiegen sind.

Mitarbeiter als Sicherheitsrisiko im Unternehmen

„Das Problem sitzt immer vor dem Computer.“ ist ein Satz, welcher in der IT-Welt gerne fällt. Solange es noch um einen nicht eingeschalteten Drucker oder eine Feststelltaste geht, kann man darüber auch noch schmunzeln. Aber sobald das Problem vor dem Computer auch die Sicherheitslücke ist, hat man nichts mehr zum Lachen.

IT-Sicherheit steht mehr denn je im Fokus: Cyberangriffe werden immer ausgeklügelter und ein Großteil der Sicherheitsvorfälle lässt sich auf menschliche Fehler zurückführen. Selbst die beste Technologie kann nicht die größte Schwachstelle im System eliminieren: den Menschen. Mitarbeiter stellen eines der größten Risiken für die IT-Sicherheit eines Unternehmens dar. Doch warum ist das so, und wie können Unternehmen effektiv gegensteuern?

Unwissenheit und mangelndes Bewusstsein

Ein Großteil der Sicherheitsvorfälle lässt sich auf menschliche Fehler zurückführen. Viele Mitarbeiter sind sich der Gefahren, die von Phishing-E-Mails, Social-Engineering-Angriffen oder unsicheren Passwörtern ausgehen, nicht bewusst. Laut einer Studie von Verizon resultieren 82 % der erfolgreichen Sicherheitsverletzungen aus menschlichem Fehlverhalten.

Beispiel: Eine scheinbar harmlose E-Mail mit einem Link zu einer gefälschten Website könnte ausreichen, um einem Angreifer Zugang zu sensiblen Unternehmensdaten zu verschaffen. Zum Beispiel getarnt als Umfrage einer Hochschule oder firmeninternes Gewinnspiel. Wenn die E-Mail dann noch von einer oberflächlich vertrauenerweckenden E-Mail-Adresse kommt, wird diese auch nicht mehr hinterfragt.

Ohne regelmäßige Schulungen erkennen viele Mitarbeiter solche Bedrohungen nicht.

Technologische Unterschätzung

Technologien wie Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) oder Endpunkt-Schutz bieten zwar zusätzliche Sicherheit, sind jedoch nur so effektiv wie ihre Nutzer. Mitarbeitende, die unsichere Workarounds nutzen oder Sicherheitsvorgaben ignorieren, können bestehende Schutzmaßnahmen leicht umgehen.

Auf dem PC Bildschirm ist "System Hacked" zu sehen.

Social Engineering: Der menschliche Faktor als Einfallstor

Cyberkriminelle setzen häufig auf Social Engineering, um Sicherheitsbarrieren zu überwinden. Dabei wird gezielt das Vertrauen oder die Unachtsamkeit von Mitarbeitern ausgenutzt, um an vertrauliche Informationen zu gelangen. Beispielsweise geben sich Angreifer als interne IT-Abteilung aus, um Passwörter zu erschleichen oder Zugriffe auf Systeme zu erhalten. Oft spielen auch menschliche Eigenschaften wie ein „Urvertrauen“ zu Kolleg:innen oder externen Partnern eine Rolle. Mitarbeitende neigen dazu, vermeintlich harmlose Informationen leichtfertig weiterzugeben.

Häufige Fehler von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen

  • Schwache oder identische Passwörter: Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen nutzen oft dasselbe Passwort für mehrere Plattformen – privat und beruflich. Diese Passwörter sind häufig schwach und leicht zu erraten. Tipps zu sicheren Passwörtern gibt es beim BSI.
  • Gefahr durch Phishing-Mails: Phishing-Angriffe nutzen die Unerfahrenheit vieler Mitarbeiter aus, indem sie sie dazu bringen, auf gefälschte Links zu klicken oder schädliche Anhänge zu öffnen. Siehe auch die Phishing-Simulationen von Blue Consult.
  • Nachlässiger Umgang mit USB-Sticks: Oft werden private USB-Sticks verwendet, die potenziell Schadsoftware enthalten.
  • Unbedachtes Öffnen von Dateien: Viele Mitarbeitende öffnen Anhänge in E-Mails, ohne die Quelle zu prüfen, was ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt.
  • Unsichere Datenspeicherung: Firmendaten werden aus Bequemlichkeit auf private Cloud-Dienste hochgeladen, insbesondere wenn das Unternehmen keine geeigneten Alternativen bereitstellt.
  • Nicht gesperrte Rechner: Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vergessen oft, ihre PCs zu sperren, wenn sie ihren Arbeitsplatz verlassen. Dies bietet potenziellen Angreifern im direkten Umfeld einfachen Zugriff auf vertrauliche Daten.

Bring Your Own Device (BYOD), Homeoffice und mobiles Arbeiten

Mit der zunehmenden Verbreitung von BYOD-Richtlinien, mobilen Arbeitsplätzen und der Arbeit aus dem Homeoffice entstehen zusätzliche Risiken. Private Geräte sind oft schlechter geschützt und können als Einfallstor für Angriffe dienen. Auch die Nutzung unsicherer WLAN-Netzwerke zu Hause oder in öffentlichen Cafés erhöht die Angriffsfläche erheblich.

Unser Tipp: Es ist günstiger, Mitarbeitern ein Firmensmartphone für die Authentifizierungs-App zur Verfügung zu stellen, als später eine Schwachstelle im internen Netz zu suchen.

Interne Bedrohungen: Absichtliche Angriffe von Mitarbeitern

Nicht alle Sicherheitsrisiken resultieren aus Unwissenheit. Manche Sicherheitsvorfälle werden absichtlich von unzufriedenen oder ehemaligen Mitarbeitern herbeigeführt. Diese Personen haben oft direkten Zugang zu sensiblen Daten und können diese aus Rache oder finanziellen Motiven missbrauchen.

Daher gilt: Sowohl online als auch offline den Zugriff auf die Daten nach dem Austritt verbieten. Nicht alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen lassen beim Austritt aus der Firma alles in der Firma. Von Firmengeheimnissen bis zu Notizzetteln kann vieles gefährlich werden. Egal, ob absichtlich oder unabsichtlich. Wenn das Bauchgefühl bei der Kündigung schlecht ist, ist eine Freistellung des Mitarbeiters definitiv günstiger als ein Sicherheitsleck.

Wie Unternehmen reagieren sollten

Obwohl der menschliche Faktor ein erhebliches Risiko darstellt, gibt es effektive Maßnahmen, um die IT-Sicherheit zu erhöhen:

  1. Regelmäßige Schulungen: Mitarbeitende sollten kontinuierlich über aktuelle Bedrohungen und Sicherheitsrichtlinien informiert werden. Interaktive Trainings und realistische Phishing-Simulationen können das Bewusstsein schärfen.
  2. Klare Richtlinien: Unternehmen sollten klare und verbindliche Richtlinien für den Umgang mit IT-Ressourcen definieren. Dazu gehören unter anderem Vorgaben für Passwörter, die Nutzung von BYOD und den sicheren Umgang mit Daten.
  3. Technologische Unterstützung: Sicherheitslösungen wie Endpoint Detection and Response (EDR), Multi-Faktor-Authentifizierung und automatische Updates können viele Risiken minimieren.
  4. Zero-Trust-Ansatz: Dieser Ansatz geht davon aus, dass kein Nutzer und keine Ressource von Natur aus vertrauenswürdig sind. Zero Trust = Kein Vertrauen. Zugriffsrechte werden streng kontrolliert und nur nach Bedarf vergeben. Mehr dazu in diesem Whitepaper.
  5. Kultur der Offenheit: Mitarbeitende sollten ermutigt werden, verdächtige Vorfälle sofort zu melden, ohne Angst vor Konsequenzen zu haben.

Mitarbeitende sind nicht nur das größte Risiko, sondern auch die erste Verteidigungslinie eines Unternehmens. Mit der richtigen Kombination aus Schulungen, Technologie und klaren Richtlinien können Unternehmen ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu einer stärkeren, bewussteren und kompetenteren Verteidigung gegen Cyberangriffe machen.

BLUE Consult unterstützt Unternehmen dabei, ihre IT-Sicherheitsstrategie zu optimieren und das Bewusstsein ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schärfen. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, die menschliche Schwachstelle in Ihrer IT-Infrastruktur zu minimieren.