IT Trends 2026
IT-Trends 2026: Was Unternehmen jetzt wissen müssen
2026 wird zu einem entscheidenden Jahr für die digitale Transformation. Nach einer Phase des Experimentierens rückt nun messbare Wertschöpfung in den Mittelpunkt. Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Cloud, Automatisierung und moderne Sicherheitsarchitekturen wachsen zu einem strategischen Gesamtsystem zusammen. Unternehmen, die jetzt handeln, sichern sich nicht nur Resilienz und Compliance – sie schaffen die Grundlage für zukünftige Wettbewerbsfähigkeit.
Ein Blick in aktuelle Marktforschungsergebnisse, Channel-Perspektiven und Digitalisierungs-Whitepaper zeigt deutlich: Die Transformation beschleunigt sich weiter, und 2026 wird der Wendepunkt.
1. KI-Supercomputing und hybride Architekturen setzen neue Maßstäbe
Die KI-Entwicklung erreicht 2026 eine neue Größenordnung. Gartner identifiziert KI-Supercomputing-Plattformen als zentralen Trend für das kommende Jahr. Sie kombinieren GPUs, CPUs, KI-Chips und neuromorphe Systeme – ein Fundament, auf dem Unternehmen komplexe, datenintensive Workloads betreiben können.
Vor allem hybride KI-Architekturen gewinnen an Bedeutung: Mehr Flexibilität, höhere Leistung und eine bessere Balance zwischen Cloud, Edge und eigenen Rechenzentren. Bis 2028 werden laut Analysten über 40 % der Unternehmen auf hybride KI-Betriebsmodelle setzen.
Für Unternehmen bedeutet das: Wer KI strategisch einsetzen möchte, braucht skalierbare, sichere und vor allem datensouveräne Plattformen.

2. Multi-Agenten-KI: Automatisierung auf einem neuen Level
2026 wird das Jahr, in dem KI nicht mehr nur im Chatfenster arbeitet, sondern im Hintergrund eigenständig Prozesse steuert. Multi-Agenten-Systeme ermöglichen es, dass verschiedene KI-Instanzen zusammenarbeiten – etwa bei der Recherche, Analyse und Ausführung komplexer Aufgaben.
Neue Protokolle wie das Model Context Protocol (MCP) sorgen dafür, dass KI-Systeme direkt mit Fachanwendungen, Datenbanken oder Buchungssystemen kommunizieren können. In der Praxis steigen dadurch Genauigkeit und Effizienz deutlich. Erste Projekte zeigen bereits eine Erhöhung der Ergebnisqualität von etwa 75 % auf bis zu 98 %.
Für Unternehmen eröffnet das enorme Potenziale: von automatisierten Rechnungs- und Dokumentenprozessen über Vertragsanalysen bis hin zur vollintegrierten Customer-Experience.
3. Präventive Cybersicherheit: Von der Abwehr zur Vorhersage
Cybersecurity bleibt ein Wachstumstreiber, wobei sie sich 2026 grundlegend verändern wird. Die Bedrohungslage steigt, KI-gestützte Angriffe skalieren schneller als je zuvor, und Sicherheitsabteilungen müssen nicht nur reagieren, sondern prognostizieren.
Präventive Sicherheitsplattformen, die Angriffe erkennen, bevor sie entstehen, werden Standard. Dazu gehören:
- KI-basierte SecOps
- automatisierte Bedrohungsanalyse
- Zero-Trust-Architekturen
- Sicherheit durch Täuschungstechniken
- digitale Herkunftsnachweise für Software, Inhalte und KI-generierte Daten
Bis 2030 werden präventive Lösungen laut Experten rund die Hälfte aller Sicherheitsausgaben ausmachen.
Für Unternehmen bedeutet das: Punktlösungen gehören der Vergangenheit an. 2026 dominiert der Plattformansatz – ein Anbieter, eine Konsole, ein Sicherheitsmodell.
4. Digitale Souveränität: Kontrolle über Daten und Inhalte wird zur Pflicht
Digitale Souveränität ist längst kein Nischenthema mehr. Die Zahl automatisierter Zugriffe durch Crawler, Bots und KI-Plattformen steigt massiv und gefährdet nicht nur Inhalte, sondern auch Datenhoheit und Compliance.
2026 rückt deshalb der Schutz eigener Daten, Texte und Geschäftsprozesse in den Fokus:
- Schutz vor Content-Scraping
- Lizenzmodelle für KI-Nutzung
- Schutz personenbezogener Daten vor KI-gestütztem Missbrauch
- verlässliche Hosting- und Cloud-Partner
Gleichzeitig prognostiziert Gartner eine Rückverlagerung vieler Workloads in souveräne Cloud-Modelle oder regionale Rechenzentren („Geopatriation“). Bis 2030 sollen über 75 % der europäischen Unternehmen ihre Cloud-Strategie entsprechend umstellen.
5. Domänenspezifische KI & Wissensmanagement: Relevanz schlägt Größe
Unternehmen setzen zunehmend auf domänenspezifische Sprachmodelle (DSLMs). Sie sind kleiner, effizienter und deutlich besser zugeschnitten auf branchenspezifische Prozesse als generische Large Language Models.
Bis 2028 soll mehr als die Hälfte aller unternehmensinternen KI-Modelle domänenspezifisch sein – eine Entwicklung, die Effizienz, Compliance und Kosten optimiert.
Gleichzeitig professionalisieren Unternehmen ihr Wissensmanagement. Automatisierte Suchsysteme, kontextbasierte Antworten und KI-gestützte Datenmodelle werden zu zentralen Bausteinen moderner Workflows. Die große Herausforderung bleibt: Datenqualität. „Garbage in, garbage out“ gilt 2026 mehr denn je.
6. End-to-End-Automatisierung statt Einzellösungen
Prozessautomatisierung entwickelt sich 2026 zu einem ganzheitlichen Orchestrierungsmodell. Unternehmen, die bislang nur einzelne Workflows automatisiert haben, stoßen zunehmend an Grenzen.
Die Trends:
- Low-Code- und No-Code-Plattformen werden Standard
- Fachabteilungen können selbst automatisieren
- KI wird zur Optimierungsschicht über allen Prozessen
- abteilungsübergreifende Automatisierung (von Finance über HR bis Kundenservice) wird entscheidend
- Datenqualität wird zur Grundvoraussetzung für jede Form der Automatisierung
Die größte Chance liegt in durchgängigen End-to-End-Szenarien – etwa vom Erstkontakt über die Rechnungsstellung bis zum Reporting.
7. SAP S/4HANA: Die Zeit wird knapp
2027 endet die reguläre Wartung für SAP R/3. Unternehmen, die noch nicht auf S/4HANA migriert haben, geraten 2026 in kritischen Zeitdruck. Eine reine technische Migration reicht nicht aus – Prozesse, Datenmodelle und Schnittstellen müssen modernisiert werden.
Gleichzeitig entwickelt sich die SAP Business Technology Platform (BTP) zum zentralen Hub für:
- KI-Integration
- Prozessautomatisierung
- hybride Cloud-Szenarien
- moderne Analytics
Datenarchitekturen wie SAP Datasphere oder Data-Fabric-Modelle werden zur Voraussetzung für Echtzeit-Reporting in Finance, Logistik und Produktion.
8. Managed Services werden strategisch – und KI-basiert
Der Managed-Services-Markt befindet sich mitten im Umbruch. Unternehmen erwarten 2026:
- KI-gestützte Überwachung ihrer Systeme
- automatisierte Incident-Priorisierung
- Compliance- und Security-Beratung
- transparente SLAs und modernes Reporting
- strategische Begleitung statt reiner IT-Bereitstellung
MSPs entwickeln sich vom Dienstleister zum Partner, der Innovation, Sicherheit und Effizienz vereint. Der Fokus liegt zunehmend auf stabilen, skalierbaren und KI-gestützten Betriebsmodellen.

9. Nachhaltigkeit wird zur Grundvoraussetzung
2026 wird Nachhaltigkeit zu einem festen Bestandteil von IT-Entscheidungen. Hersteller, Reseller und Serviceprovider sind gefordert, CO₂-Ausstoß, Energieeffizienz und nachhaltige Lieferketten transparent zu machen.
Unternehmen achten verstärkt auf:
- energieeffiziente Rechenzentren
- CO₂-arme Architekturen
- zertifizierte Nachhaltigkeitsstandards
- Green-IT-Kennzahlen
Nachhaltigkeit ist damit kein „Nice-to-have“ mehr, sondern ein Faktor, der über Partnerschaften und Marktchancen entscheidet.
Fazit: 2026 ist das Jahr der strategischen Vernetzung
Die digitale Transformation erreicht einen Punkt, an dem einzelne Technologien nicht mehr ausreichen. Unternehmen müssen 2026 ihre Daten, Prozesse, Plattformen und Sicherheitsmodelle intelligent miteinander verknüpfen.
Die Gewinner im kommenden Jahr sind jene, die jetzt:
- KI strategisch integrieren
- Cybersicherheit präventiv denken
- Cloud und Daten souverän betreiben
- Prozesse durchgängig automatisieren
- SAP-Modernisierung konsequent vorantreiben
- auf starke Partner im Bereich Managed Services setzen
2026 wird nicht nur ein Technologiejahr – sondern ein Jahr der Weichenstellung für die kommenden fünf Jahre.

